Betriebswirtschaftliche und produktionstechnische Auswertungen
Wirtschaftliche Aspekte
Die Schafhaltung in Schleswig-Holstein, dem nördlichsten Bundesland, ist durch intensive Koppelschafhaltung geprägt. Die weit verbreitete Deichschafhaltung ist in gewisser Weise auch eine intensive Koppelschafhaltung. Schwerpunktmäßig werden die meisten Schafe an der Westküste auf Grünlandstandorten gehalten - insgesamt etwa 70 % des Gesamtschafbestandes nur in den Kreisen Nordfriesland und Dithmarschen.
Mit den nachfolgenden Auswertungen wollen wir einige unserer betriebswirtschaftlichen Ergebnisse darstellen:

Zu den Einnahmen
Wie sich in den Grafiken an den verschiedenen „Einnahmensäulen“ ableiten lässt, geht der überwiegende Anteil der Umsätze in einer Schäferei auf den Lammverkauf zurück. Er beträgt etwa 3/4 des Umsatzes.
Die wichtigste Kennzahl eines guten betriebswirtschaftlichen Ergebnisses, ist der Lämmerverkauf, der sich aus Lämmerpreis, Vermarktungsgewicht und der Anzahl der verkauften Lämmer zusammensetzt. Das Ziel ist ein hohes Aufzuchtergebnis und geringe Stall-/Weideverluste.


Zur Kostenseite:
Bei den Kosten gehen mehr als 50 % allein auf das Futter zurück (Grundfutter und Kraftfutter). Die Lämmer in Schleswig-Holstein werden zum überwiegenden Teil nur auf dem Grünland ausgemästet. Die Schafe weiden im Winter Flächen rindviehhaltender Betriebe nach und ersparen dem Landwirt damit den letzten Herbstpflegeschnitt.
Die anschließende Stallhaltungszeit ist bei einer März/April-Lammung dementsprechend kurz ( 6-8 Wochen)
Die Tierarztkosten an den variablen Kosten sind eher gering. Oberstes Ziel muss eine gesunde Herde sein. Impfungen und Entwurmungen stehen dabei an erster Stelle.

Über die direktkostenfreien Leistungen zum kalkulatorischen Betriebszweigergebnis
Die direktkostenfreien Leistungen ergeben sich aus der Differenz zwischen den Einnahmen und den Direktkosten. Aber es gibt noch weitere Kosten, die bisher nicht zugeordnet worden sind. Es sind die Arbeitserledigungskosten, hierunter fallen z.B. Fremdlöhne, Gebäude oder Maschinenkosten.
Daraus ergibt sich letztendlich das kalkulatorische Betriebszweigergebnis.
Am Ende fehlt noch die Agrarprämie.
Flächenstarke, extensive Betriebe (geringerer Schafbesatz je ha) profitieren von der Agrarreform.

Resümee
In der täglichen Beratungsarbeit und gerade durch die Betriebszweigauswertung wird es möglich, die Reserven auf den Betrieben zu finden:
Kosten an der richtigen Stelle einzusparen und durch Managementpläne Betriebsabläufe zu optimieren und Leistungsreserven der Tiere auszuschöpfen.